
Kampot-Pfeffer
Piper nigrum L.
Der „Champagner" unter den Pfefferkörnern – ein kulturelles Erbe Kambodschas mit PGI-Schutz der EU, organischem Anbau am Fuße der Elefantenberge und einem Aromaprofil, das ihn in der globalen Haute Cuisine unverzichtbar macht.
Botanische Identität
Taxonomische Einordnung und Pflanzenmerkmale
Kampot-Pfeffer gehört zur Gattung Piper und ist ein echter Pfeffer der Familie Piperaceae. Im Gegensatz zum Timut-Pfeffer basiert seine Schärfe primär auf dem Alkaloid Piperin. Die KPPA (Kampot Pepper Promotion Association) lässt ausschließlich die beiden traditionellen Kultivare Kamchay (kleinblättrig) und Lampong (großblättrig) zu, um die genetische Authentizität des Profils zu wahren. Die Pflanze wächst als Kletterpflanze an Pfählen (Poles) und bildet hängende Ähren (Spikes) aus Steinfrüchten.
Handelsname
Kampot-Pfeffer
Poivre de Kampot, Mrech Kampot
Botanischer Name
Piper nigrum L.
Familie: Piperaceae
Wuchsform
Kletterpflanze an Pfählen
Hängende Ähren (Spikes)
Kategorie
Echter Pfeffer
PGI-geschützt seit 2016
Fruchttyp
Steinfrucht
Ganze Beere (Perikarp + Kern)
Kultivare
Kamchay & Lampong
Einzige KPPA-zugelassene Sorten
PGI-Status der Europäischen Union
Kampot-Pfeffer ist die erste Pfeffersorte weltweit, die den Status einer geschützten geografischen Angabe (PGI / g.g.A.) der EU erhalten hat. Dieser Schutz verbindet seine Qualität und seinen Ruf untrennbar mit dem spezifischen Terroir der Provinzen Kampot und Kep in Südkambodscha.

Herkunft, Terroir & Anbau
Südkambodscha: Golf von Siam und Elefantenberge
Das Terroir von Kampot ist geprägt durch die Nähe zum Golf von Siam und die mineralreichen Böden am Fuße der Elefantenberge. Der PGI-Status definiert exakt die Provinzen Kampot und Kep in Südkambodscha als einzig zulässige Anbauregion. Der Anbau erfolgt zu 100 % organisch – chemische Düngemittel sind per PGI-Vorschrift verboten. Stattdessen nutzen die Bauern Fledermausguano, Kuhmist und „Jungfern-Erde" als natürliche Dünger. Schattenkonstruktionen aus Palmenblättern schützen die jungen Reben bis zum dritten Jahr vor der intensiven tropischen Sonne.
| Terroir-Parameter | Spezifikation | Auswirkung auf das Profil |
|---|---|---|
| Geographie | Provinzen Kampot und Kep | Definierte PGI-Region |
| Bodentyp | Quarzreich, porös, lateritisch | Hervorragende Drainage, Mineralität |
| Klima | Tropisch, feucht-heiß (Meeresnähe) | Ideale Reifebedingungen |
| Anbaumethode | 100 % Organisch (PGI-Vorschrift) | Verbot von chemischem Dünger |
| Düngung | Fledermausguano, Kuhmist, Jungfern-Erde | Hoher Nährstoffgehalt ohne Synthetik |
Region
Kampot & Kep
Südkambodscha, PGI-geschützt
Klima
Tropisch, feucht-heiß
Meeresnähe, Golf von Siam
Bodentyp
Quarzreich, lateritisch
Poröse Böden, gute Drainage
Anbau
100 % Bio
PGI-Vorschrift, keine Chemie

Ernte & Verarbeitung
Vier Varianten aus derselben Pflanze
Aus derselben Pflanze werden durch verschiedene Erntezeitpunkte und Verarbeitungsmethoden vier Varianten gewonnen. Besonders der echte rote Kampot-Pfeffer ist eine Rarität, da er die vollständige Reife am Strauch erfordert und manuell selektiert werden muss. Jede Variante hat ein eigenständiges Aromaprofil – von zitrisch-mild (grün) über intensiv-blumig (schwarz) bis süßlich-fruchtig (rot) und kräuterig-klar (weiß).
| Typ | Erntezeitpunkt | Verarbeitung | Charakteristik |
|---|---|---|---|
| 🟢 Grün | Unreif (jung) | Frisch verzehrt oder in Salzlake | Zitrisch, kräuterartig, mild |
| ⚫ Schwarz | Gelb-grüner Umschlag | Blanchieren und Sonnentrocknung | Intensiv scharf, blumig |
| 🔴 Rot | Vollreif (rot) | Ganze Beere getrocknet | Süßlich-fruchtig, rund |
| ⚪ Weiß | Vollreif (rot) | Einweichen, Enthülsen des Perikarps | Kräuterig, klare Schärfe |
Der rote Kampot-Pfeffer – eine Rarität
Roter Kampot-Pfeffer erfordert die vollständige Reife am Strauch und muss einzeln von Hand selektiert werden. Die Ernte ist aufwendiger und riskanter, da überreife Beeren schnell abfallen. Das Ergebnis ist ein süßlich-fruchtiges Aromaprofil mit komplexer Tiefe – der teuerste und seltenste der vier Typen.

Chemische Zusammensetzung
Piperin, Rotundon und das Terpen-Spektrum
Das chemische Profil des Kampot-Pfeffers wird durch die Balance von Piperin und einem breiten Spektrum an Terpenen bestimmt. Der Piperin-Gehalt liegt durchschnittlich bei ca. 3,85 % (38,5 mg/g) und sorgt für die charakteristische Pungenz. Ein Schlüssel-Sesquiterpen ist Rotundon, das für die typische „schwarze Pfeffernote" verantwortlich ist und eine extrem niedrige Wahrnehmungsschwelle im Bereich von Nanogramm pro Liter aufweist. Piperin wirkt zudem als Bioverstärker für andere Nährstoffe.
Hauptwirkstoff
Piperin (3,85 %)
38,5 mg/g – Alkaloid, bioverstärkend
Schlüssel-Sesquiterpen
Rotundon
Schwarze Pfeffernote, Nanogramm-Schwelle
Leitterpen
β-Caryophyllen (bis 38 %)
Holzig, würzig – auch CB2-Agonist
Terpen-Zusammensetzung
Anteil der wichtigsten Terpene am ätherischen Öl – bewege die Maus über die Balken für Aroma-Details
Aroma: Holzig, würzig, pfeffrig
Aroma: Zitrusartig, frisch, spritzig
Aroma: Kiefernartig, frisch, harzig
Aroma: Pfeffrig, harzig, holzig
Aroma: „Schwarze Pfeffernote" – extrem niedrige Schwelle
Ätherisches Öl – Hauptkomponenten
| Verbindung | Anteil (%) | Sensorischer Charakter |
|---|---|---|
| β-Caryophyllen | bis 38 % | Holzig, würzig |
| Limonen | bis 22 % | Zitrusnoten, frisch |
| β-Pinen | bis 22 % | Kiefernartig, frisch |
| Sabinen | bis 17 % | Pfeffrig, harzig |
Sensorisches Profil
Elegant, nicht aggressiv – der Champagner-Charakter
Kampot-Pfeffer zeichnet sich durch eine elegante, progressive Schärfe aus, die nicht aggressiv, sondern strukturiert und anhaltend ist. Im Mund baut sich die Pungenz langsam auf und hinterlässt blumig-fruchtige Nachklänge. Der schwarze Kampot-Pfeffer bietet intensive Schärfe mit blumigen Noten, der rote überrascht mit süßlich-fruchtiger Rundheit, der weiße mit klarer, kräuteriger Schärfe und der grüne mit frischer, zitrischer Milde. Diese Differenzierung innerhalb einer einzigen Sorte ist einzigartig in der Pfefferwelt.
Aroma-Radar
Schärfe-Intensität
| Variante | Schärfe | Aroma | Bester Einsatz |
|---|---|---|---|
| Schwarz | Hoch, progressiv | Blumig, intensiv, komplex | Steak, Saucen, Universalgewürz |
| Rot | Mittel, rund | Süßlich-fruchtig, warm | Foie Gras, Desserts, Käse |
| Weiß | Hoch, direkt | Kräuterig, klar | Fisch, weiße Saucen, Suppen |
| Grün | Mild, frisch | Zitrisch, kräuterartig | Frisch zu Seafood, Salate |
Kulinarische Verwendung
Von der kambodschanischen Tradition zur Haute Cuisine
In der kambodschanischen Küche ist Kampot-Pfeffer seit Jahrhunderten unverzichtbar – von einfachen Pfannengerichten mit Krabben und grünem Pfeffer bis zur raffinierten Khmer-Küche. International hat er sich als Premiumgewürz in der Haute Cuisine etabliert. Französische Sterneköche schätzen insbesondere den roten Kampot-Pfeffer für seine süßlich-fruchtige Komplexität, die über die reine Schärfe hinausgeht.
Steak au Poivre
Der Klassiker: Schwarzer Kampot-Pfeffer, grob gemörsert, als Kruste auf Rinderfilet. Die progressive Schärfe harmoniert perfekt mit dem Fleischsaft und entfaltet sich beim Braten in voller Komplexität.
Krabben mit grünem Pfeffer
Das Nationalgericht Kambodschas: Frische Flusskrabben aus Kep mit ganzen grünen Pfefferrispen kurz angebraten. Die frische, zitrische Milde des grünen Pfeffers ergänzt den süßen Krabbengeschmack.
Foie Gras & Desserts
Roter Kampot-Pfeffer: Seine süßlich-fruchtigen Noten machen ihn zum perfekten Partner für Gänseleber, Schokoladendesserts und reife Käsesorten – ein Geheimtipp der französischen Sterneküche.
Fisch & weiße Saucen
Weißer Kampot-Pfeffer mit seiner klaren, kräuterigen Schärfe ist ideal für Fischgerichte, Beurre Blanc und cremige Saucen, ohne die Optik zu stören.

Food Pairing & Getränke
Rotundon als aromatische Brücke
Die Rotundon-Verbindung in Kampot-Pfeffer bildet eine direkte aromatische Brücke zu Syrah/Shiraz-Weinen, die dasselbe Sesquiterpen enthalten. Dieses wissenschaftliche Food Pairing erklärt die klassische Harmonie zwischen pfeffrigen Rotweinen und pfefferwürzigen Speisen. Darüber hinaus verstärkt Piperin die Bioverfügbarkeit von Curcumin aus Kurkuma um bis zu 2.000 %, was die traditionelle Kombination in der asiatischen Küche wissenschaftlich untermauert.
| Leitverbindung | Partner-Lebensmittel | Anwendung |
|---|---|---|
| Rotundon | Syrah/Shiraz, Grüner Veltliner | Steak mit pfeffrigem Rotwein |
| Piperin + Curcumin | Kurkuma, Ingwer, Curry | Bioverfügbarkeit +2.000 % |
| β-Caryophyllen | Nelke, Zimt, Rosmarin | Schmorgerichte, Marinaden |
| Limonen | Zitrusfrüchte, Hopfen | Meeresfrüchte, IPA-Pairing |
Wein
Syrah/Shiraz ist der perfekte Partner dank geteiltem Rotundon. Auch kräftige Bordeaux und würzige Grüne Veltliner harmonieren hervorragend mit Kampot-Pfeffer.
Spirituosen
Kampot-Pfeffer in Gin & Tonic bringt die β-Pinen-Noten zum Vorschein. Auch in Whiskey-basierten Cocktails setzen ein bis zwei Körner warme, würzige Akzente.
Kurkuma-Kombination
Die Kombination mit Kurkuma ist ein pharmakologisches Power-Duo: Piperin steigert die Bioverfügbarkeit von Curcumin um bis zu 2.000 % – die Basis für „Goldene Milch".
Gesundheit & Pharmakologie
Piperin als pharmakologisches Kraftzentrum
Piperin ist das pharmakologische Kraftzentrum des Kampot-Pfeffers. Es ist weit mehr als nur der Schärfe-Träger – es ist ein multifunktionaler Wirkstoff mit nachgewiesenen gesundheitlichen Effekten. Die wichtigste Eigenschaft ist die Steigerung der Bioverfügbarkeit von Medikamenten und Wirkstoffen wie Curcumin aus Kurkuma. Darüber hinaus stimuliert Piperin die Verdauungsenzyme, wirkt antioxidativ durch Phenole und Flavonoide und zeigt entzündungshemmende sowie blutdrucksenkende Potentiale.
| Wirkung | Mechanismus | Evidenzlevel |
|---|---|---|
| Bioverfügbarkeit | Hemmung hepatischer und intestinaler Enzyme | Klinisch belegt (Human) |
| Verdauungsfördernd | Stimulation von Verdauungsenzymen | Klinisch belegt (Human) |
| Antioxidativ | Radikalfänger durch Phenole und Flavonoide | Laborstudien (In-vitro) |
| Anti-inflammatorisch | Entzündungshemmung, blutdrucksenkend | Experimentell / Tierstudien |
| Anti-diarrhoisch | Regulation der Darmperistaltik | Traditionell / Experimentell |
Qualitätsmerkmale
KPPA-Standards und PGI-Einkaufsparameter
Echter Kampot-Pfeffer unterliegt strengen Kontrollen der KPPA (Kampot Pepper Promotion Association) und internationaler Zertifizierer wie EcoCert. Käufer sollten auf das offizielle KPPA-Siegel und das PGI-Logo achten, da viele Fälschungen – oft als „Pfeffer aus Kambodscha" deklariert – auf dem Markt sind und nicht den PGI-Standards entsprechen. Die Chargennummer ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zum einzelnen Farmer.
| Parameter | PGI-Standard | Messmethode |
|---|---|---|
| Korngröße | Ø ≥ 4 mm (Schwarz/Rot) | Physikalische Siebung |
| Dichte | ≥ 570 g/l | Schüttdichte-Test |
| Rückverfolgbarkeit | Lot-Nummer erforderlich | Tracking zum Farmer |
| Zertifikat | KPPA-Siegel & PGI-Logo | Echtheitsnachweis |
Lagerung & Haltbarkeit
Bis zu 5 Jahre bei vakuumierter Lagerung
Aufgrund des Verzichts auf Konservierungsstoffe ist die korrekte Lagerung entscheidend. Ganze Körner behalten ihr volles Aroma bei vakuumierter Lagerung bis zu 5 Jahre. Gemahlen verflüchtigen sich die ätherischen Öle hingegen binnen Minuten – daher sollte Kampot-Pfeffer immer als ganze Körner gekauft und erst unmittelbar vor der Verwendung gemahlen werden. Eine Trocknung bei zu hohen Temperaturen (über 55 °C) kann Farbe und Phenolgehalt negativ beeinflussen.
Haltbarkeits-Rechner
Geschätzte optimale Haltbarkeit
48 Monate
Ganze Körner in bernsteinfarbenem Glas
Lichtschutz
Opake Verpackungen sind essenziell, da UV-Licht die Terpene abbaut. Bernsteinfarbene Gläser oder blickdichte Metalldosen sind Standard.
Temperatur
Kühl und trocken lagern. Temperaturen über 55 °C bei der Trocknung können Farbe und Phenolgehalt negativ beeinflussen.
Ganze Körner
Vakuumiert bis zu 5 Jahre haltbar. Erst unmittelbar vor der Verwendung mahlen – so bleibt das komplexe Aromaprofil vollständig erhalten.
Gemahlen
Ätherische Öle verflüchtigen sich binnen Minuten nach dem Mahlen. Gemahlener Pfeffer verliert schnell seine sensorische Komplexität und wird zur reinen Schärfe.
Geschichte & Kultur
Vom 13. Jahrhundert über die Roten Khmer zur Renaissance
Die Geschichte des Kampot-Pfeffers ist eine der dramatischsten Erzählungen der Gewürzwelt – geprägt von kolonialer Pracht, brutaler Zerstörung und einer beeindruckenden Wiedergeburt. Seine Reise vom mittelalterlichen Handelsprodukt über den fast vollständigen Untergang bis zum international geschützten Premiumgewürz ist ohne Parallele.
Erste Erwähnung durch den chinesischen Diplomaten Zhou Daguan, der über den Pfefferhandel in Angkor berichtete.
Koloniale Blütezeit: Unter dem französischen Protektorat wurde Kampot-Pfeffer zum Standard in französischen Luxusrestaurants. Produktion von bis zu 8.000 Tonnen jährlich.
Dunkle Ära: Die Roten Khmer zerstörten die Plantagen fast vollständig, um Platz für den Reisanbau zu schaffen. Jahrzehnte des Wissens gingen verloren.
Wiedergeburt: Bauernfamilien kehrten zurück und kultivierten Pfeffer aus wild überlebenden Reben neu. Die KPPA wurde gegründet, um Qualität und Herkunft zu schützen.
PGI-Status der EU: Kampot-Pfeffer erhält als erste Pfeffersorte weltweit den Schutz einer geschützten geografischen Angabe.
Markt, Handel & Wirtschaft
Premiumpreise und wachsende globale Nachfrage
Kambodscha exportierte im Jahr 2024 Pfeffer im Wert von ca. 34,3 Millionen USD. Die Produktion von echtem Kampot-Pfeffer erreichte 2020 rund 80 Tonnen und stieg bis 2025 auf ca. 112 Tonnen. Die Premiumpreise liegen deutlich über dem Weltmarktdurchschnitt und spiegeln die aufwendige organische Produktion und den PGI-Schutz wider.
Export 2024
34,3 Mio. USD
Gesamter kambodschanischer Pfeffer
Produktion 2025
~112 Tonnen
Echter Kampot-Pfeffer
Hauptabnehmer
FR, DE, US, JP, KR
Frankreich führend
Kleinbauern
450+
KPPA-registrierte Farmer
| Variante | Preis (2025, Ab-Hof) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Schwarz | ~17 USD/kg | Meistproduziert, Standardqualität |
| Rot | ~27 USD/kg | Rarität, aufwendige Selektion |
| Weiß | ~30 USD/kg | Arbeitsintensives Enthülsen |
Verwechslungsgefahr & Verfälschungen
Herkunftsfälschung und moderne Analytik
Da Kampot-Pfeffer hohe Preise erzielt, ist er häufig Ziel von Betrug und Herkunftsfälschung. Oft wird Pfeffer aus anderen Provinzen (z. B. Tbong Khmum) oder Ländern als „Kampot-Pfeffer" deklariert. Moderne analytische Verfahren ermöglichen heute jedoch eine zweifelsfreie Herkunftsbestimmung.
| Methode | Funktionsweise | Was wird nachgewiesen? |
|---|---|---|
| Isotopenanalyse | Isotopic Fingerprint (O, H, B) | Terroir-spezifische Herkunft |
| DNA-Barcoding | Genetische Sequenzierung | Kultivar-Identifikation (Kamchay/Lampong) |
| KPPA-Siegel | Visuelle Prüfung + Chargennummer | PGI-Konformität, Rückverfolgbarkeit |
Einkaufstipp
Achten Sie beim Kauf stets auf das offizielle KPPA-Siegel und das PGI-Logo. Viele Produkte werden als „Pfeffer aus Kambodscha" vermarktet, erfüllen aber nicht die PGI-Standards von Kampot. Eine Chargennummer, die eine Rückverfolgung bis zum einzelnen Farmer ermöglicht, ist ein starkes Qualitätsmerkmal.
Nachhaltigkeit & Soziale Verantwortung
Gold-Standard für geografisch geschützte Gewürze
Kampot-Pfeffer ist ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Landwirtschaft in Entwicklungsländern. Er vereint botanische Reinheit, ökologische Integrität und eine dramatische historische Erzählung zu einem Produkt von Weltrang. Der PGI-Status schützt nicht nur die Marke, sondern sichert den Lebensunterhalt hunderter Kleinbauernfamilien und fördert umweltschonende Anbaumethoden.
Bio-Garantie
Das Verbot chemischer Pestizide und Dünger per PGI-Vorschrift schützt das Grundwasser und die Biodiversität der Region. Organische Düngung mit Fledermausguano und Kuhmist ist Standard.
Sozialer Impact
Die KPPA schützt die Interessen der über 450 Kleinbauern und sorgt durch den PGI-Status für faire Preise, die weit über dem Weltmarktdurchschnitt liegen.
Agroforst
Viele Farmen nutzen traditionelle Mischanbau-Systeme, um die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten. Pfefferpfähle aus lebenden Bäumen schaffen natürliche Schattensysteme.
Gold-Standard-Modell
Kampot-Pfeffer gilt als Gold-Standard für geografisch geschützte Gewürze. Er zeigt, wie ein Qualitätssiegel nicht nur Verbraucher schützt, sondern auch lokale Gemeinschaften stärkt, Biodiversität fördert und ein kulturelles Erbe bewahrt – ein Modell, das weltweit Nachahmung verdient.